Das innere Gebet

Das innere Gebet ist das Gebet des Herzens.
Es hilft in der Gegenwart Gottes zu leben.
Es ist der Schlüssel zur Glückseligkeit und zu einem fruchtbaren Leben in Fülle (Joh 10,10).
Gott sagt schon im AT:
Wandle beständig vor meinem Angesicht, unter meinem liebenden Blick, und werde dadurch ganz, vollkommen, untadelig, heilig! Und ich werde meinen Bund zwischen mir und dir setzen und ich will dich sehr vermehrend mehren.“ 1Mose17,1+2

Jesus sagt: „Bleibt in meiner Liebe!“ Joh 15,1-9
Paulus sagt: „Betet ohne Unterlass!“ 1Thess5,17
Es geht also darum, ein Beten zu erlernen, das zu jeder Zeit geschehen kann, das von äußeren Beschäftigungen nicht abbringt, das Könige, Priester, Beamte, Soldaten, Handwerker, Hausfrauen, Lehrer, Erzieher, Kinder, Kranke, … ausüben können.

Es ist kein Beten mit dem Kopf, es ist ein Beten mit dem Herzen.
Es ist auch kein gedankliches Gebet, denn das Denken des Menschen ist so begrenzt, dass er, wenn er an das eine denkt, nicht gleichzeitig an etwas anderes denken kann. Das Gebet des Herzens aber wird von all den Tätigkeiten des Verstandes nicht unterbrochen.
Es ist wie beim Verliebtsein: Die Einheit mit der geliebten Person steht im Vordergrund.
Es ist wie in der Musik: Die Liebessehnsucht ist der Grundton. Das innere Gebet ist der Oberton, der nur erklingen kann, wenn der Grundton bereits schwingt.

Das innere Gebet ist auch der Schlüssel zur Veränderung, weil die Liebe sich dem Geliebten angleichen möchte.
Es ermöglicht die Grenzen des eigenen Egos und der Individualität zu überwinden.
Man rückt vom „ICH“ weg hin zu einer freien Hingabe an eine größere Liebe. „Dein Wille geschehe!“
Heiligkeit ist nicht Anstrengung, sondern Ausstrahlung der Gegenwart Gottes.
Die Seele wird durch die Liebe und Gnade in Gottes Nähe gezogen und dort verwandelt.

Das innere Gebet ist nicht schwer. Es ist wie das Atmen der verliebten Seele.

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