Was bedeutet Pfingsten?

An jenem Tag kam der Heilige Geist auf die Nachfolger Jesu herab und wohnt seither in den Christus Gläubigen.
Das war der eigentliche Geburtstag der Gemeinde Jesu (griech. Ekklesia – die „Herausgerufenen“).
Die Bibel berichtet über dieses Ereignis in der Apostelgeschichte, Kapitel 2.
An jenem Tag wurde der Geist Gottes auf die ersten 120 Jesusnachfolger ausgegossen, die laut hörbar in anderen Weltsprachen zu reden begannen. Das verursachte einen solchen Aufruhr, dass Tausende von Menschen – die sich zu der Zeit in Jerusalem aufhielten, um das alttestamentliche Pfingstfest zu feiern (siehe unten) – neugierig herbeieilten. Vor der versammelten Menge hielt Petrus dann die erste Evangeliumsbotschaft,
„… und es wurden an jenem Tag etwa 3 000 Menschen zur Gemeinde Jesu hinzugetan.“  AG 2,41

Die Zahl der Jesusnachfolger hat seit jenem Pfingstsonntag stetig zugenommen.

Das geschah 50 Tage nach der Auferstehung Jesu.
Während dieser 50 Tage wurden die Jünger Jesu davon überzeugt, dass Jesus von den Toten auferstanden war. (Vgl. AG 1,3)
Am Pfingstsonntag traten sie an die Öffentlichkeit und der Lauf der Geschichte änderte sich.

Viele Menschen wünschen sich eine ähnliche Wiederholung dieses Pfingstsonntages.
Da die ersten Jünger eine Pfingsterfahrung hatten, indem sie auf „die Gabe des Heiligen Geistes“ warteten, meinen manche Christen heutzutage, dass der Heilige Geist durch ihr „Warten“ in ähnlicher Weise über sie kommt. Somit flehen und warten sie, dass Gott ein weiteres Pfingsten herbeiführen möge.
Wer so denkt, setzt voraus, dass der Heilige Geist damals durch menschliches Warten und Beten gekommen war und missachtet jedoch das zeitlich genaue Eintreffen des Pfingstfestes – denn das in AG Kapitel 2 erwähnte Pfingsten war nicht das Erste.

Das Pfingstfest war ursprünglich ein jährlich alttestamentliches Fest.
Mose hatte 1500 Jahre v.Chr. mehrere Feste eingesetzt, die jedes Jahr im Frühling zu begehen waren:
Das Passahfest war das erste Fest im jüdischen Kalender. Jesus ist an einem Passahfest gekreuzigt worden. Das geschah nicht zufällig, sondern ist ein Sinnbild für die Opferung der Passahlämmer an diesem Tag.
Das zweite Fest war das Fest der Erstlingsfrüchte und im 3. Mose 23,11 heißt es, dass es „am Tag nach dem Sabbat“ (= Samstag) also am Sonntag stattfinden sollte.
Jesus war am Sonntag auferstanden, so dass seine Auferstehung genau am Fest der Erstlingsfrüchte geschah!
Dies gilt als Verheißung, dass die Auferstehung seiner Nachfolger später erfolgen sollte.
Seine Auferstehung ist buchstäblich eine „Erstlingsfrucht“ in Übereinstimmung mit der prophetischen Benennung des Festes.

Genau 50 Tage nach dem Sonntag der „Erstlingsfrüchte“ feierten die Juden das dritte Frühlingsfest: das Pfingstfest
(griech. Pentecoste – pente = 50). (Vgl. 3.Mose 23,16-17)
Die Juden hatten demnach bereits seit 1 500 Jahren das Pfingstfest gefeiert, was auch der Grund war, dass sich so viele Menschen aus aller Welt an diesem Tag in Jerusalem einfanden und dort die Botschaft von Petrus hören konnten.

Lukas berichtet über diese Ereignisse ohne sie zu interpretieren, da er davon ausgehen konnte, dass der damalige Leser diese Zusammenhänge selbstverständlich kannte.
Stattdessen weist Lukas uns auf eine alttestamentliche Weissagung aus dem Buch Joel 3,1-2 hin, die prophezeit, dass eines Tages der Geist Gottes über alle Menschen ausgegossen werde. (Vgl. AG 2, 17). Dies erfüllte sich am Tag der Pfingsten in AG 2.

Ein wichtiger Grund, weshalb das Evangelium „Gute Nachricht“ oder „Frohe Botschaft“ ist, liegt in seiner Machtwirkung, das den Jesusnachfolgern ein Leben in Fülle ermöglicht. Dieses Leben besteht im Einssein Gottes mit uns Menschen und geschieht durch die Innewohnung des Heiligen Geistes in uns.
Lies:  Epheser 1,13-14; Römer 8,11; Römer 8,23

Der innewohnende Geist Gottes ist eine weitere Erstlingsfrucht, denn er ist sozusagen ein Vorgeschmack – eine Garantie – unserer zukünftigen vollständigen Umwandlung zu „Kindern Gottes“.
Das Evangelium bietet uns ein überfließendes Leben – nicht durch materielle und vergängliche Dinge, sondern durch den innewohnenden Geist Gottes.
(zitiert aus: https://evangel.me)

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